![]() |
zurück | |
| Weitere Pressestimmen zu Sabine Grofmeier | ||
[...] Zwar liefert die lange
Jahre als Kompositionsprofessorin und Musik-pädagogin tätige
Fromm-Michals mit den drei 1921 entstandenen Miniaturen keine Wunderwerke
ab, doch über atmosphärische Dichte verfügen sie, teils
an Ravel gemahnend, allemal. Zumal Grof-meiers flexibles wie nuancenreiches
Spiel in der Gestik tatsächlich mit etwas Phantasie einen recht lebendigen,
auf impressionistische Weise daherkommenden Faun zu formen weiß.
Weniger gestisch denn konkret schwankt die Klarinette dann in Olivier
Messiaens "Abime des oiseuax" aus dem "Quator pour la fin
du temps" zwischen Messiaen-typischen Vogelrufimitationen und von
Grofmeier ungemein spannungsvoll ausgespielten, crescendierenden Haltetönen.
[...] Als gelungendstes Beispiel für ein gutes Zusammenspiel steht
auf dieser Aufnahme jedoch Carl Maria von Webers (1786-1826) Grand Duo
Concertante Es-Dur op. 48. Dank eines guten Klangbildes verschmelzen Klarinette
und Klavier immer dann wenn es nötig wird zu einer Stimme und sondern
sich beizeiten auch wieder voneinander ab. Das Andante con moto trägt
die Züge einer ausgedehnten Lamento-Arie ohne Worte, in der Grofmeiers
satter Ton, wenn auch manchmal im hohen Register ein wenig spitz, ein
hohes Maß an Intensität garantiert. Ähnlich gekonnt interpretiert
geraten auch die melancholischer gefärbten, abschließenden
drei "Fantasiestücke op. 73" von Robert Schumann (...).
|
Sabine Grofmeier: diesen Namen
sollte man sich merken [...] eine großartige Klarinettistin, die in
einem Atem mit Sabine Meyer und Sharon Kam genannt werden muss; denn es
genügen schon die ersten Takte des Weber-Duos, um sie als veritable
Meisterin ihres Instrumentes zu erkennen (...). Die geschickte Auswahl der Stücke dieser CD bestätigen das bei Weber mit überschäumender, dabei tiefempfundener, dennoch nie larmoyanter Seelenfülle, verträumt-elegisch mit Schumanns Fantasiestücken, facettenreich mit Alban Bergs Vier Stücken für Klarinette und Klavier op. 5 und auf unbegleiteter Klarinette mit Messiaens "Abîme des oiseaux" (...). Das ist ein weiter Fächer ausdrucksstarker Interpretationen, der in seiner Spannweite alles Können, Erfahren und Wissen einer jungen Meisterin ihres Instruments widerspiegelt. Das dreisätzige Solostück von Ilse Fromm-Micheals, das von den verschiedenen Stimmungen eines Fauns berichtet, ist die Krönung eines vielfarbigen Regenbogens der Klarinettenkunst. Liest man den von ihr selbst in der Ich-Form fast im Plauderton verfassten Booklet-Text zu den einzelnen Stücken dieser CD, wird schnell klar, wie sehr sich die junge Künstlerin in die Seele der Werke einzufühlen sucht und mit welch darstellerischer Überzeugungskraft sie das Erfühlte in Klang umsetzen kann, vor allem in den Solostücken, in denen es sich wie in einem Selbstgespräch ganz ursprünglich artikuliert. Dieter Steppuhn Das Rohrblatt I / 2008 |
|