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Karina Buschinger (*1978 Bukarest, Rumänien) erhielt mit sechs Jahren ersten Geigenunterricht bei ihrer Mutter, Violeta Buschinger. Sie studierte bei Rosa Fain in Düsseldorf, bei Maxim Vengerov in Saarbrücken und bei Rainer Kussmaul in Freiburg i. Br., wo sie 2003 ihr Diplom und 2006 ihr Konzertexamen absolvierte. Sie besuchte Meisterkurse bei Igor Ozim, Herman Krebbers, Miriam Fried und Dmitri Sitkovetski.

Karina Buschinger gewann erste Preise u. a. beim Bundeswettberb "Jugend Musiziert" und bewies ihren hohen künstlerischen Rang beim Int. Leopold-Mozart-Wettbewerb, beim Int. Henryk Wieniawski Wettbewerb Poznan oder beim Wettbewerb des Westdeutschen Rundfunks und der Kölnischen Rück. Außerdem war sie Finalistin des 54. Int. ARD-Wettbewerbs München. Sie bekam den Förderpreis Musik der GWK in Münster und war Stipendiatin der Villa Musica in Mainz sowie der Deutschen Stiftung Musikleben. Als Preisträgerin des Deutschen Musikwettbewerbs gehörte Karina Buschinger mit dem Trio Aurora 2004/05 zur Bundesauswahl "Konzerte Junger Künstler".

Karina Buschinger gastierte solistisch in ganz Deutschland, in Rumänien, Polen, Frankreich, Spanien, Finnland, Estland, Kanada und Asien. Sie spielte u.a. mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Radio-Symphonieorchester Bukarest, den Nürnberger Symphonikern, dem Münchener Kammerorchester, dem Stuttgarter Kammerorchester und dem Philharmonischen Orchester Hagen. Als gefragte Kammer-musikerin konzertierte sie in renommierten Festivals an der Seite von namhaften Musikern wie Gustav Rivinius, Wen-Sin Yang, Hariolf Schlichtig oder Ernst Kovacic. Sie produzierte zahlreiche Rundfunk-einspielungen in Deutschland und im Ausland. Karina Buschinger ist Mitglied des Streichertrios Ensemble Gagliano.

Karina Buschinger spielt eine Violine von Joseph und Antonio Gagliano (1798), die ihr der PE-Förderkreis Mannheim ermöglichte.


Paul Rivinius (*1970) bekam seinen ersten Klavierunterricht im Alter von fünf Jahren. Seine Lehrer waren zunächst Gustaf Grosch in München sowie Alexander Sellier, Walter Blankenheim und Nerine Barrett an der Musikhochschule Saarbrücken. Nach dem Abitur studierte er zusätzlich Horn bei Marie-Luise Neunecker an der Frankfurter Musikhochschule und setzte sein Klavierstudium bei Raymund Havenith fort. Ab 1994 besuchte er die Meisterklasse von Gerhard Oppitz an der Musikhochschule München, die er 1998 mit Auszeichnung abschloss.

Paul Rivinius war langjähriges Mit-glied im Bundesjugendorchester und im Gustav-Mahler-Jugendorchester. Darüber hinaus feierte er Erfolge mit dem 1986 gegründeten Clemente Trio, das nach mehreren Auszeichnungen 1998 den renommierten ARD-Wettbewerb in München gewann und anschließend als ausgewähltes "Rising Star"-Ensemble in den zehn wichtigsten Konzertsälen der Welt gastierte, so u.a. in der New Yorker Carnegie Hall und in der Wigmore Hall London. Mit seinen Brüdern Benjamin, Gustav und Siegfried spielt Paul im Rivinius Klavier-Quartett und mit Musikern des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin im Akanthus Ensemble. Seit 2004 ist er darüber hinaus Pianist des Mozart Piano Quartet.

Paul Rivinius unterrichtet als Professor für Kammermusik an der Musikhochschule Hanns Eisler in Berlin.


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Karina Buschinger
Violin

Paul Rivinius
Piano

CLCL 105

RICHARD STRAUSS (1864 – 1949)
Sonate für Violine und Klavier Es-Dur op. 18

Allegro, ma non troppo
Improvisation: Andante cantabile
Finale: Andante - Allegro

11:35
08:17
08:43

       JOHANNES MARIA STAUD (*1974)
            "Towards a Brighter Hue"
                   für Violine solo               10:37

GEORGE ENESCU (1881– 1955)
Sonate Nr. 2 f-Moll
für Voline und Klavier op.6
Assez mouvement
Tranquillement
Vif
07:46
07:09
07:26



Johannes Maria Stauds „Towards a Brighter Hue“ (2004) begegnete mir erstmalig als Auftragswerk für das Halbfinale des 54. Internationalen Musikwettbewerbs der ARD 2005. Schon beim ersten Blick in die Komposition für Violine solo wurde mir klar, dass eine sehr gründliche Lektüre notwendig sein würde, um den überaus genau bezeichneten Notentext zu erfassen, und dass ich viel Zeit damit verbringen würde, die durch das Stück geforderten spezifischen Möglichkeiten meines Instruments zu erkunden, zu erproben und zu realisieren. Zum einen setzte ich mich also mit den Charakteristika der Geige auseinander und mit den Möglichkeiten, die spieltechnischen Varianten und Grenzen auszureizen. Zum anderen aber suchte ich nach meiner persönlichen, interpretatorisch-gestalterischen Freiheit innerhalb der doch recht strengen dynamischen und zeitlichen Anweisungen des Komponisten. Schließlich blieb auch noch das erbarmungslose Mikrophon zu bedenken, das die Wirkung des Werkes nochmals veränderte. – Nach kurzer Introduktion wird in "Towards a brighter Hue" ("Auf eine strahlendere Klangfarbe zu") ein einziges kleines Motiv aufgegriffen und weiterentwickelt, es durchzieht die ersten zwei Drittel des Werkes. Geprägt von vorwärts drängenden Sextolenmustern in rasantem Tempo, mit zunehmender Klangstärke und Dichte, sowie von extrovertierten Fortissimo-Entladungen verlangt dieser Abschnitt dem Interpreten hohe Virtuosität und Athletik ab. Umso mehr überrascht die introvertierte Stimmung im Schlussteil, mit ihren zunehmend heller werdenden Klangfarben und der Verflechtung von Mikrointervallen und Trillerpassagen, die zuletzt bis in’s allerhellste Nichts verebben.

George Enescus f-Moll-Sonate, die er 1899 als Student des Pariser Konservatoriums schrieb und seinem Geigerfreund Jacques Thibaud widmete, ist romantisch-folkloristisch geprägt. Lehnt sich seine erste Sonate stärker an Schumann, Brahms und Saint-Saens an, so bemerkt man hier neben der Inspiration durch das rumänische Volksgut den Einfluss seines Kompositionslehrers Fauré und der französischen Moderne. Das lange, mysteriöse, rhythmisch fast desorientierende Hauptthema des Kopfsatzes ist der zyklische Bezugspunkt sämtlicher Sätze. Es wird chromatisch ergänzt und phantasievoll moduliert, wie es der rumänischen Folklore eigen ist. Ein weiteres, dieser Tradition geschuldetes Charakteristikum sind die oft wiederkehrenden, freischweifenden Dur-Moll-Dreiklänge im Klavierpart. Der dritte Satz, der dramatische mit überaus schwungvollen Passagen in beiden Instrumenten auf außergewöhnlich spontane, unerwartete Weise miteinander verbindet, entfacht ein leidenschaftliches Feuer, trägt überschwänglichen Ausdruck. Berührend schlicht in Harmonie und Rhythmus, melancholisch verträumt und introvertiert, dennoch ungemein expressiv, fügt sich der langsame Satz zwischen den charakterstarken Randsätzen ein.

Karina Buschinger



  



CD-Kritiken


"Ich kam erst jetzt dazu, mir die Aufnahme anzuhören und muss wirklich sagen - ich bin begeistert! eine wunderschöne Tongebung, ein tolles Gefühl für die musikalische Architektur - ich bin rundum zufrieden und glücklich mit dieser Aufnahme."

Johannes Maria Staud


Ist schon die Tatsache an sich erstaunlich, dass sich eine junge Geigerin solch sperriger und nicht gerade populärer Stücke wie der fast halbstündigen einzigen Violinsonate von Richard Strauss und der selten gespielten zweite Sonate von George Enescu annimmt, so ist die Art und Weise, wie Karina Buschinger die respektgebietenden Werke angeht, erst recht imponierend.

[...] Für die beinahe die Grenzen der Gattung sprengende Violinsonate des 23jährigen Richard Strauss, entstanden 1887 zwischen der Sinfonischen Fantasie Aus Italien und der Tondichtung Don Juan (auf die der stürmische Anfang des Finales unmissverständlich vorausweist), verfügt Karina Buschinger über die nötige breite Ausdruckspalette, die den opernhaften Aufschwüngen der Ecksätze ebenso gerecht wird wie den lyrisch-schwärmerischen Episoden des Andante cantabile. Buschingers außerordentlich modulationsfähiger Ton verliert weder bei kraftvollen Attacken seine strahlende Leuchtkraft noch im zartesten pianissimo seine edle Substanz. Nicht weniger überzeugend gestaltet sie Enescus 1899 in Paris komponierte, dem Geiger Jacques Thibaud gewidmete zweite Sonate, die der Komponist selbst als sein erstes wirklich charakteristisches Werk ansah. Die zyklisch angelegte Komposition lässt den Einfluss von Enescus Lehrer Gabriel Fauré ebenso aufscheinen wie Elemente aus der rumänischen Folklore.

In Paul Rivinius hat Karina Buschinger einen erstklassigen Partner, der den orchestralen Klaviersatz bei Strauss so souverän wie unaufdringlich meistert und Enescu mit nie erlahmender rhythmischer Energie auflädt. Sein ungemein lebendiges Spiel, das eine Fülle von Details offenbart, befindet sich immer in perfektem Einklang mit dem der Geigerin.

Dass sie auch mit neuer Musik vorzüglich umzugehen versteht, demonstriert Karina Buschinger an der Komposition für Solovioline Towards a Brighter Hue des 1974 geborenen Österreichers Johannes Maria Staud. Das 2004 entstandene zehnminütige Werk erfährt eine spannende, farbenreiche Wieder-gabe, die die vielfältigen spieltechnischen Möglichkeiten der Geige wirkungsvoll zur Geltung bringt. Fazit: ein hochinteressantes Programm, überzeugend dar-geboten.

Sixtus König, klassik-heute.de
(08.08.2008)