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Vita

Tomasz Zawierucha konnte schon während seines Studiums bei Thomas Müller-Pering und Monika Rost durch 1. Preise beim renommierten Tokyo International Guitar Competition, beim Concours International de Guitare Ville d’Antony in Paris und beim Dundee International Guitar Competition in Schottland auf sich aufmerksam machen. Über seinen Soloabend in der Bunka-Kaikan Recital Hall in Tokio schrieb das Gendai Guitar Magazine, dass er "zweifellos zu den interessantesten Persönlichkeiten der Gitarrenszene seiner Generation" gehöre. Es folgten Einladungen zu bekannten Festivals wie dem Stuttgart International Classic Guitar Festival, dem Big Guitar Weekend Glasgow oder dem Tokyo Guitar Festival und den Rencontres de la Guitare Paris. Außerdem war Tomasz Zawierucha als Dozent bei Meisterkursen und als Jurymitglied in verschiedenen internationalen Gitarrenwettbewerben tätig. Kammer­musikalisch arbeitete er mit Künstlern wie Thomas Müller-Pering, John Dearman und Olaf Van Gonnissen zusammen. Aufnahmen für Rundfunkanstalten entstanden in Deutschland (MDR, WDR), Italien (RT), Polen (PR2), Japan (NHK), Frankreich und Spanien. Seine CDs "The Twilight Zone" und "Un tiempo fue Itálica famosa" wurden von der internationalen Fachpresse aus­gezeichnet (GuitarArt Magazine, The Times, The Records Geijutsu Disc Review). Tomasz Zawierucha leitet Gitarrenklassen an der Franz Liszt Musikhochschule in Weimar und am Vorarlberger Landeskonservatorium in Feldkirch, Österreich. Zudem ist er Gastdozent am Royal Conservatoire of Scotland in Glasgow.

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Tomasz Zawierucha plays Bach
Tomasz Zawierucha | Gitarre

CLCL 117

JOHANN SEBASTIAN BACH (1685 – 1750)
Partita No. 2 BWV 1004

Allemanda
Corrente
Sarabanda
Giga
Ciaccona

05:24
02:49
03:46
04:55
14:05

Suite BWV 995
Prelude
Allemande
Courante
Sarabande
Gavottes I & II
Gigue
05:40
04:57
02:01
03:50
04.44
02.24
Suite BWV 997
Preludio
Fuga
Sarabande
Gigue & Double
03:52
07:11
05:06
06:32

total 77:00


Alle Stücke wurden von Tomasz Zawierucha transkribiert. Seine Transkription der Partita No. 2 BWV 1004 wurde veröffentlicht im Chanterelle Verlag. www.chanterelle.com

 
 


 

Bei der Auswahl der Werke für diese CD wollte ich drei Beispiele für ver­schiedene Besetzungen vergleichen. Die unübertroffene 2. Partita d-Moll BWV 1004 aus dem in Köthen (Anhalt) entstandenen Zyklus "Sei solo á Violino senza Basso accompagnato" eröffnet diese Kom­pilation. Die folgende Lautensuite BWV 995 ist tatsächlich eine durch Bach selbst gefertigte Transkription seiner 5. Cellosuite BWV 1011 (auch aus der Köthener Zeit). Die Suite BWV 997 existiert in mehreren unterschiedlichen Fassungen u.a. für Lautenklavier oder Cembalo. Leider haben wir kein Originalmanuskript mehr, sondern nur zahlreiche Abschriften u.a. von Johann Friedrich Agricola (1720 – 1774) und Johann Philipp Kirnberger (1721 – 1783). Von Johann Christian Weyrauch (1694 – 1771) gibt es auch eine Lautentabulatur, die als "Partita" tituliert ist und nur Prelude (hier "Fantasia" genannt), Sarabande und Gigue umfasst. In seiner Betrachtung der Tänze skizziert der Hamburger Komponist und Theoretiker Johann Mattheson (1681 – 1764) die formale Grundsubstanz der Suite als die Tanzfolge Allemande – Courante – Sarabande – Gigue. Dieses Schema wurde häufig von Johann Sebastian Bach modifiziert bzw. um weitere Tänze und Einleitungen erweitert. Die 2. Partita d-Moll für Violine solo hat genau diese Struktur, ist aber um die Ciaccona, mit der Bach ein absolutes Meisterwerk geschaffen hat, als Schlusssatz erweitert. Weil die Tänze im italienischen Stil komponiert sind, tragen sie auch italienische Namen. Eine Transkription dieses Werkes für ein anderes Instrument durch Bach ist uns leider nicht bekannt. Mir schien es erforderlich, die Bass­stimme, die verständlicherweise im Violinoriginal aus spielerisch-technischen Gründen sehr beschränkt ist, zu erweitern. Besonders die Allemanda, Corrente und Giga sind trotz der wunderschönen, manchmal versteckten Polyphonie, sehr "geigerisch" apart komponiert. Die Sarabanda, die einen ähnlichen Charakter hat wie die Ciaccona, kann auf Grund der reichen harmonischen Struktur problemlos auf die Gitarre übertragen werden. Kaum ein Werk in der Geschichte der Musik hat so viele Transkriptionen angeregt wie der letzte Satz der 2. Partita, die Ciaccona! So gibt es Solofassungen für diverse Instrumente, u.a. Ferruccio Busonis Version für Klavier, wie auch Bearbeitungen für kammermusikalische Besetzungen.
Tomasz Zawierucha