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Viten

Anita Farkas wurde 1983 in Budapest in eine Musikerfamilie hineingeboren und siedelte im Kindesalter in die Türkei um. Dort studierte sie am Konservatorium der Anadolu Universität und an der Anadolu Musik akademie bei Özlem Koçyigit. 2004 wechselte sie in die Flötenklasse von János Bálint an die Hochschule für Musik Detmold, wo sie 2008 ihr Studium zunächst mit dem künstlerischen Diplom, 2011 dann mit dem Konzertexamen abschloss. Daneben absolvierte sie den Master-Studiengang am Orchesterzentrum NRW in Dortmund. Beim 4. Inter­nationalen Flötenwettbewerb in Krakau erhielt sie 2008 einen 2. Preis (der 1. Preis wurde nicht vergeben), 2009 bekam sie ein Stipendium des deutschen Richard-Wagner- Verbands und 2011 den GWK-Förderpreis.

Juan Carlos Arancibia studierte am Konservatorium in Lima bei Oscar Zamora. 2002 gewann er den 2. Preis beim Vivace Gitarrenwettbewerb der peruanischen Hauptstadt.
Während seiner Studienzeit in seinem Heimatland spielte er als Solist mit dem Nationalorchester Lima. Als Mitglied des Ensembles für Alte Musik seines Konservatoriums und des Gitarrenquartetts "Aranjuez", eines der wichtigsten Kammer­musikensembles in Peru, trat er in den größten Sälen Limas auf. 2005 gewann er den 1. Preis beim Nationalen Gitarrenwettbewerb in Arequipa. 2006 kam Juan Carlos Arancibia nach Deutschland, um bei Thomas Kirchhoff an der Hochschule für Musik Detmold zu studieren. Bei Dale Kavanagh machte er an derselben Hochschule das Kon zertexamen. In Deutschland wurde er u.a. 2008 mit dem GWK-Förderpreis ausgezeichnet. 2009 nahm er seine erste CD "Mosaique" mit dem Gran Guitarra Quartet auf (CLCL 112).


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Arie Duo
Anita Farkas | Querflöte, Flute
Juan Carlos Arancibia | Gitarre, Guitar

"Cafe"

CLCL 119

ASTOR PIAZZOLLA (1921 – 1992)
Histoire du Tango

Bordel 1900
Café 1930
Nightclub 1960
Concert d'aujourd'hui

03:50
07:28
06:04
02:59

MARIO CASTELNUOVO-TEDESCO
(1895 – 1968)
Sonatina op. 205
Allegretto graziosa
Tempo di Siciliana
Allegretto con spirito
04:21
04:22
04:12
LUIGI LEGNANI (1790– 1877)
Duetto Concertante op. 23
Allegro Maestoso
Moderator
Allegro scherzoso
05:43
04:32
04:44
MÁXIMO DIEGO PUJOL (*1957)
Suite Buenos Aires
Pompeya
Palermo
San Telmo
Mircrocentro
04:24
05:06
03:08
03:47

total 64:41

 

Als Astor Piazzolla vier Jahre alt war, wanderte die Familie von Argentinien nach New York aus. Später erzählte Piazzolla oft, dass der Vater ständig wehmütig Tango gehört und er eigentlich ihm zuliebe Bandoneon gelernt habe, obwohl seine Leiden­schaft mehr der klassischen Musik gegolten habe. Mit 16 Jahren kehrte Astor mit seiner Familie nach Buenos Aires zurück. Hier hörte er eine Tango-Aufführung, die seine Einstellung zum Tango so änderte, dass er begann, sein Bandoneon­spiel zu vervollkommnen. Auf Anregung des Pianisten Artur Rubinstein nahm er zudem Kompositionsunterricht, zunächst bei Alberto Ginastera, ab 1950 dann auch bei Nadia Boulanger, der ein­flussreichsten Kompositionslehrerin jener Zeit. Bei ihr fand er zu seinem eigenen Stil und erschuf den "Tango Nuevo". Piazzolla schrieb etwa 300 Tangos und Filmmusiken, mit seinen Ensembles spielte er über 40 Schallplatten ein. Die Histoire du Tango wird heute in verschiedensten Besetzungen mit Bandoneon, Violine, Akkordeon, Klarinette und Gitarre und in der Version für Flöte und Gitarre gespielt.

 


 

Mario Castelnuovo Tedesco studierte zunächst Klavier, dann auch Komposition am Istituto Musicale Cherubini in Florenz. Als Andrés Segovia zusammen mit Manuel de Falla 1932 zum Venedig Musikfestival reiste, wurde er Tedesco vorgestellt. Eine intensive Zusammenarbeit begann, in deren Verlauf Tedesco über 100 Stücke für Gitarre komponierte. Darunter sind drei Konzerte für Gitarre bzw. für zwei Gitarren und Orchester, 24 Präludien und Fugen und die Sonatina Canonica für zwei Gitarren, 24 Caprichos de Goya op. 195 für Gitarre solo, die Fantasie für Gitarre und Klavier sowie die Sonatina op. 205 für Flöte und Gitarre. Sie entstand gegen Ende seines Lebens in den USA, hatte Tedesco doch aufgrund der Antijudengesetze Mussolinis aus Italien auswandern müssen. In Kalifornien schrieb er zwischen 1940 und 1956 ein Violinkonzert und zahlreiche Filmmusiken; außerdem unterrichtete er Komposition. André Previn und Oscar-Preisträger wie Henry Mancini und der Filmkomponist John Williams
gehören zu seinen Schülern. Tedesco
starb 1968, seine letzte Komposition war die Fuga Elegiaca op. 211 für Gitarrenduo.

Zwar ist nur eine einzige Anzeige eines Konzertes, die für den 9. Juni 1837 in Turin, erhalten, doch Luigi Rinaldo Legnani gab von 1837 bis 1839 wohl zahlreiche Konzerte mit Paganini. Legnani war nicht allein ein hervorragender Gitarrist, sondern auch Opernsänger, Pädagoge und Komponist. Spielen seine Capriccios op. 20 bis heute in Unterricht und Konzertleben eine wichtige Rolle, so wird sein op. 28 für Gitarre und Orchester nur selten aufgeführt. Das Duetto Concertante op. 23 für Flöte und Gitarre hingegen gehört zum festen Repertoire dieser Kombination. Überaus virtuos und kunstvoll werden in dem dreisätzigen Werk beide Instrumente behandelt. Rasende Läufe, schwindelerregende Arpeggien und feinste dynamische Abstufungen werden von beiden Musikern verlangt. Das Resultat ist ein kraftvolles, aber auch lyrisches Werk, das im besten Sinne in der Tradition der romantischen Salonmusik steht.

Die Suite Buenos Aires des argentinischen Gitarristen und Komponisten Máximo Diego Pujol ist wie viele seiner Werke von Astor Piazzolla beeinflusst. Argentinische Folklore und der Tango – hier der Tango Nuevo Piazzollas – bilden die Basis auch dieser viersätzigen Komposition. Bei Pujol steht die Gitarre im Zentrum. Etwa 50 Kompositionen, für die er zahlreiche Preise erhielt, sind bei Lemoine (Paris), Universal Edition (Wien) und Editions Orphee (Columbus, Ohio) verlegt. Pujols Musik zeichnet sich durch große Spielfreude, instrumentale Virtuosität und singbare Melodien aus.
Thomas Kirchhoff